Zur aktuellen GIS-Entscheidung des VwGH

Die Argumentation einer „Zweiklassengesellschaft“ halte ich für ziemlich frech, aber aus Sicht der GIS ist sie wohl nur konsequent – weiterhin wird nämlich mit der Existenz eines Empfangsgeräts (bzw. in diesem Fall: Internet-Anmeldung) in einer Wohnung selbstverständlich die regelmäßige Rezeption des ORF-(Radio-)Programms unterstellt!

So heißt es aktuell auf der Website des ORF-Gebühreninformationsservice:

Die GIS nimmt die Entscheidung zur Kenntnis und wird sie selbstverständlich unverzüglich umsetzen. Gleichzeitig stellt die GIS fest, dass durch diese Entscheidung eine Zweiklassengesellschaft unter den ORF-Hörerinnen und -Hörern entsteht: Wer die ORF-Radio-Programme auf herkömmlichen Weg konsumiert, bezahlt Rundfunkgebühr, wer dieselben Programme über das Internet hört, nicht.

Um das klar zu stellen: Ich finde einen staatlich finanzierten Rundfunk äußerst wichtig. Nur ist das derzeitige An- und Abmeldesystem von Empfangsgeräten ein absoluter Schmarren – alleine schon, was den Verwaltungsaufwand sowie die GIS-Vernaderungen (samt bewusster Falschinformation und Drohgebärden durch MitarbeiterInnen) betrifft -, und das ORF-Budget sollte m.E. besser durch die ohnehin sehr hohe Steuerquote abgedeckt werden (und NICHT durch eine ZUSÄTZLICHE Haushaltsabgabe).

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U2s gelungener Überraschungs-Coup

Oder: Über Geschmack lässt sich nicht streiten, aber Hauptsache, wir holen uns ein paar Klicks mit dem ersten Review.

Geschenkter Gaul und so, ihr wisst schon: Also beschweren werde ich mich sicher nicht darüber, dass eine millionenschwere frühere Lieblingsband mal eben schnell und völlig überraschend ihr neues Album auf den Markt wirft. Natürlich nicht völlig für lau, wie das große Internet mehrheitlich behauptet, weil sich’s Steve Jobs Erben nämlich doch einiges haben kosten lassen. (Und damit ihrem Kerngeschäft, das anscheinend nicht mehr ausreicht, um die Massen zu begeistern, nochmals etwas Rückenwind verleihen.) Aber doch zum kostenlosen Download für jeden, den’s interessiert, bevor das Teil dann im Oktober regulär in den Handel kommt.

Ich hab mir also (und dies multipliziert mit ein paar Millionen haben sich die Apple-Leute wohl gewünscht!) gestern Abend, nachdem ich auf Twitter vom Songs Of Innocence-Release gelesen hatte, neuerlich einen iTunes-Account zugelegt, um möglichst rasch in diese neue U2-Platte rein zu hören. Natürlich konnte das auf der einen Seite nur enttäuschend sein, denn ein zweites Zooropa oder wenigstens ein neues Achtung Baby (Ja verdammt, ich bin in den 90er-Jahren aufgewachsen!!) wird’s von den Jungs wohl nicht mehr geben. Nachdem die beiden direkten Vorgängeralben How To Dismantle An Atomic Bomb und No Line On The Horizon zwar nicht übel waren, aber innerhalb des U2-Horizonts doch eher am Ende der Bestenliste anzusiedeln sind, kommt die Neue qualitativ zumindest in die Nähe eines aus Fansicht, so mein Eindruck, immer ein bisschen stiefmütterlich behandelten Unforgettable Fire. Und das ist, auf der anderen Seite, weit mehr als man erwarten durfte.

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