Ganz großes Polit-Kino

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:

Einer, der ab 1967 für die SPÖ im Nationalrat saß, ab 1970 zum (bis dato) jüngsten (Finanz-) Minister der Republik berufen wurde und das 11 Jahre lang blieb, der in dieser Funktion seit mehr als 30 Jahren immer noch vielen Menschen als beste Wahl in Erinnerung ist, der in der öffentlichen Verklärung vielleicht einen halben Stockerlplatz hinter dem roten „Sonnenkönig“ Bruno Kreisky liegt – dessen Vizekanzler er war –, der von seiner Partei mit der Viktor-Adler-Plakette beehrt worden ist: Einer wie Hannes Androsch – so einer unterstützt auf einmal die Grünen.

Was für eine Ansage! Das ist ganz großes Polit-Kino!

Diese ganz besondere Zeit…

Diese Nachtstunden,
diese ganz besondere Zeit…

Wenn im Sommer das Zirpen der Grillen durchs offene Fenster tönt,
die fernen Schritte
später Heimkehrer
und fröhlicher NachschwärmerInnen
durch die Wohnanlage hallen –

wenn im Winter,
beim müden Blick durchs Fenster,
sich Flocke um Flocke aus dem Schneehimmel herabsinken,
und einen auch diese grimmige Jahreszeit
doch nicht
vollends fürchten lässt…

(Und müde bist du, daran gibt es keinen Zweifel!)

Doch endlich findest du Ruhe –
und damit kommt, wenn nicht die körperliche, dann doch die geistige Energie zurück:
Kreativität,

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Veggie-Day: ein alter Hut?

Wenn dermaßen heftig und über die Landesgrenzen hinaus auf einen Vorschlag reagiert wird, wie es seit Montag im Fall des fleischfreien Tages passiert, den die Grünen in Deutschland für (öffentliche) Kantinen propagieren, dann liegt der Verdacht nahe, dass wir mitten in einer sehr verkürzten Debatte stecken.

Was ist geschehen?

Ausgehend von Berichten der Bild-Zeitung (vgl. hier und hier), wonach sowohl die Grüne Spitzenkandidatin zur anstehenden Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt, als auch deren Fraktionsvorsitzende Renate Künast einen solchen fleischfreien (Donners-) Tag forderten, ging es auf den klassischen, Social und „New“ Media-Kanälen rund: Auf Twitter überschlugen sich die Pros und Contras, es war (auch in Österreich, wo VertreterInnen der grünen Schwesterpartei Stellung nehmen mussten) bald von drohenden Zwängen und Verboten die Rede. Ein Bundestagsabgeordneter der FDP verstieg sich sogar zu einem Nazivergleich: das volle Programm also.

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„Mami, ist das vegan?“

Wer Kinder hat, beschäftigt sich fast zwangsläufig mehr mit der Frage der richtigen/besten Ernährung, als der/die kinderlose DurchschnittsbürgerIn. Behaupte ich jetzt mal einfach so, denn immerhin geht es spätestens dann, wenn das Ende der Stillzeit naht, nicht mehr nur darum, sich selbst regelmäßig ein kräftigendes Wohlfühlmenü auf den Tisch zu zaubern, sondern auch den Nachwuchs und – meistens – eine/n PartnerIn damit zu beglücken. Soweit so gut, würde man meinen, und die Sache im Idealfall nicht viel weiter verkomplizieren als es die Tatsache, dass der eine oder die andere dies oder jenes vielleicht nicht verträgt bzw. weniger oder gar nicht mag – ca. Faktor zehn bei den Kiddies –, verlangt.

Mehr oder weniger eine Vereinfachung der Speiseplanung bringt der Verzicht auf Fleisch; richtig kompliziert kann es werden, wenn – aus ethischen Überlegungen und /oder einer gesundheitlichen Notwendigkeit – gänzlich auf tierische Produkte in der Ernährung verzichtet werden soll, und damit v.a. die in zahllosen Variationen omnipräsenten Milchprodukte wegfallen. Umso mehr, wenn dies (vorläufig?) nur Teile der Familie oder gar nur eine Person so handhabt. Jumana Mattukat, in Bremen wohnhafte TV-Journalistin, ist eine, die vor dem Leid der modernen Massentierhaltung nicht länger die Augen verschließen und ihr Leben dem steigenden Wissen darüber anpassen will. Bereits seit längerer Zeit vegetarisch lebend, entschließt sie sich im Sinne der Gewissensentlastung zum finalen Schritt und peilt einen 100-prozentig veganen Alltag für sich und am liebsten auch für ihr engstes Umfeld an.

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Irgendwas mit Bürgerpflichten…

Entschuldigt die Wortwahl, aber manche Dinge muss man einfach beim Namen nennen: Wer in Österreich als junger Mensch, in der Regel männlich, zur „Stellung“ einberufen wird, darf sich darauf gefasst machen, eine Nacht und einen Tag lang als A****loch behandelt zu werden.

In meinem Fall, Sommer 1997 in Innsbruck, wurden meine Handvoll Begleiter und ich, beginnend von der Ankunft in der Kaserne ab ca. 17 Uhr bis zum nächsten Nachmittag, angeschrien, beleidigt, gegeneinander ausgespielt (naja, sie haben’s versucht…) und offensichtlich belogen. Einige „Kameraden“ entschieden sich in den ersten Minuten für den Zivildienst, einige weitere kamen bis Stellungsende dazu; wer nach dieser Erfahrung den Dienst an der Waffe wählte, war in der Tat selber schuld. Innsbruck habe ich seither gemieden, bei der Durchfahrt wird mir unwohl.

Manipulation und Lüge gab es auch im Zivildienst, den ich im Landeskrankenhaus Rankweil („Valduna“) von 5. Oktober 1998 bis 30. September 1999 absolviert habe. Pflegedirektor und Oberschwester machten kein Hehl daraus, dass die „Zivis“ als billige Hilfskräfte willkommen waren. Ganz anders die KollegInnen auf der Station (F1, Geriatrie für [mehrheitlich] Frauen): Ich fühlte mich von Anfang bis Ende allen Teammitgliedern gleichgestellt, ohne selbstverständlich dieselbe Verantwortung zu tragen.

Was habe ich in dem Jahr gelernt? Ja, auch fremde Hintern zu wischen, wenn die betreffende Person in die Verlegenheit kam, diese Hilfe zu benötigen. Scham und Ekel waren dabei nicht auf meiner Seite, und tatsächlich habe ich Jahre später erfahren, dass die Pflege eines 80 Jahre alten Hinterns keine unüberwindbar größere Hürde darstellt als die eines einen Tag alten Baby-Popscherls.

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