„Zombieland“ von Ruben Fleischer

Anfangs war es Rinderwahn, dann ein Menschen- und schließlich der Zombiewahn: so die Basis des Films mit Woody Harrelson. Wenngleich das Horrorgenre in den letzten Jahren wenig sparsam mit den gefürchteten Untoten war, hebt sich Zombieland angenehm vom Einheitsbrei ab: Statt auf Ekel setzt die Produktion meist auf Komik und Slapstick-Action – und auch die Romantik kommt nicht zu kurz. Neben Harrelsons Tallahassee stehen der junge Columbus (Jesse Eisenberg) sowie die Schwestern Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) im Mittelpunkt. Sie geben ihre echten Namen bei der Suche nach neuem Glück nicht preis, schließlich will man in einer Zeit, in der das viral übertragene Kannibalentum regiert, keine enge Bindung. In Hollywood kommen sie kurz bei Schauspieler Bill Murray unter (ein wirklich witziger Abschnitt), der Showdown im Vergnügungspark lässt aber nicht lange auf sich warten. Den Weg in die Videothek lohnt schon allein der Vorspann mit Metallicas For Whom The Bell Tolls.

(7 Punkte)

„Die Stadt der Blinden“

Krankenstand bringt Fernsehzeit: Nachdem die DVD lange im TV-Kastl rumlag, hab ich’s nun geschafft, die Verfilmung von José Saramagos Stadt der Blinden (R: Fernando Meirelles) anzuschauen. Das vor Jahren gelesene Buch des Schriftstellers im Hinterkopf, ging ich die Sache kritisch an, kann aber uneingeschränkt sagen: Der Film ist gelungen! Selten sah ich eine so respektvoll an die Vorlage angelehnte Adaption. Zur Handlung: Eine neue Art von Blindheit – Betroffene sehen ein blendendes Weiß – wütet in einer namenlosen Stadt. Die Seuche ist ansteckend, Erkrankte werden unter menschenunwürdigen Umständen eingesperrt. Nur die Frau eines infizierten Augenarztes ist immun – sie täuscht ihre Blindheit vor und sichert ihm das Überleben. Trotz dem gemeinsamen Leid obsiegt nämlich in der Gefangenschaft nicht die Solidarität: Saramago thematisiert die Frage der Moral, wenn einen keiner beobachten kann – und man sich nicht im Spiegel sehen muss. In dieser Situation tun sich menschliche Abgründe auf.

(8 Punkte – für das Buch wie für den Film)

„Inglourious Basterds“ von Quentin Tarantino

Kurt Russell hin oder her: Death Proof war mies. Und auch als Produzent des scheußlichen Hostel-Movies entfernte sich Quentin Tarantino weit von Großtaten wie Pulp Fiction, Jackie Brown und Kill Bill. Um so erfreulicher, dass ihm mit Inglourious Basterds ein Juwel gelungen ist. Mit Mélanie Laurent, Brad Pitt, Til Schweiger, August Diehl und Daniel Brühl bewies er einmal mehr sein Händchen für große Besetzungen. Respekt gebührt aber – man las es zurecht an vielen Stellen – vor allem Christoph Waltz, der den SS-Offizier Hans Landa verkörpert: Ein Erlebnis! Zur Handlung: Ein Trupp amerikanischer Juden macht sich 1941, angeführt von Aldo Raine (Pitt), auf nach Frankreich, um Nazis zu jagen. Zufällig ergibt sich die Chance, Adolf Hitler (und noch mehr Nazis) während einer Kinovorstellung zu töten. Was oft fantasiert wurde, setzt Tarantino konsequent in Szene: eine prächtige Vision, ein großartiger Film. Jetzt auch im Heimkino.

(8 Punkte)

„The Haunted World Of El Superbeasto“ von Rob Zombie

Die Nullerjahre waren auch die Jahre der Comic-Verfilmungen. Spiderman, Batman, X-Men, Watchmen und viele mehr durften im Kino auf den Putz hauen – Fleisch und Blut gewordene (Jugend-)Idole des begeisterten Publikums. El Superbeasto genießt hierzulande nicht die größte Bekanntheit, und daran dürfte auch sein erstes Leinwandabenteuer nichts ändern, das nun (leider) doch nur auf DVD erschienen ist. Rob Zombie, Ex-Sänger der so überaus cooooolen 90er-Jahre-Industrial-Rocker White Zombie und Regisseur von mittlerweile vier Kino-Schockern, hat sich an die filmische Adaption seiner eigenen Comic-Reihe gemacht. Fleisch und Blut gibt es auch hier ausreichend zu sehen, der Meister sah aber doch von einer Realverfilmung ab. Wer sich auf einen dämlichen, sabbernden, dauergeilen Superwrestler und dessen scharfe Schwester einlassen kann, die neben Zombie-Nazis auch einen früheren Schulkameraden jagen, der in Begriff ist, die Hölle auf Erden zu verwirklichen, wird sehr viel Spaß an diesem Film haben.

(6 Punkte)