Zwischenbericht: #armeleuteessen, Tag 13

Gestern Vormittag erfuhr ich von einem völlig überraschenden Todesfall in der nahen Verwandtschaft. Die Motivation, den Tag mit #armeleuteessen zu verbringen, war dann eher gering, oder besser gesagt: Sich darauf zu konzentrieren, daran war an dem Tag nicht mehr zu denken.

Mich der Halbzeit im Selbstversuch nähernd bin ich der Meinung, dass es durchaus möglich ist, mit dem Budget von sechs Euro täglich bzw. 180/186 Euro monatlich einen nachhaltigen Lebensstil zu pflegen. Zumindest, was die Wahl der Nahrungsmittel betrifft. Ob ich selbst es in diesem Monat schaffen werde, ist noch offen. Probleme bereitet mir die Planung von Mahlzeiten, die ich nicht daheim einnehmen kann.

Eine Herausforderung ist jedenfalls das Thema Süßigkeiten. Aber dazu mehr im Video!


Mahlzeit – und auf die verbleibenden 18 Tage!

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Zwischenbericht: #armeleuteessen, Tag 11

Elf Tage. Das erste Drittel des #armeleuteessen-Selbstversuchs ist geschafft. Auch die Wogen auf Twitter und Facebook scheinen sich fürs erste etwas geglättet zu haben. Dafür stellt sich bei mir selbst eine steigende Unzufriedenheit ein.

Zum einen ist die Anforderung, für Bürotage vorzukochen oder die nötigen Zutaten für ein leckeres nachhaltiges Mittagsmenü dorthin mitzubringen, mit meinem (aktuellen) Lebensrhythmus schlecht kompatibel: (private) Abendtermine verhindern ersteres, ein enger Terminplan und stressbedingte Vergesslichkeit erschweren letzteres. Immerhin: am Mittwoch hab ich mir die übrigen Spaghetti-Nudeln vom Dienstagabend mitgenommen und die KollegInnen mit einer ordentlichen Aglio-e-Olio-Wolke eingenebelt 😉

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Zwischenbericht: #armeleuteessen, Tag 5

Es wird langsam Frühling und man überredete mich heute bereits zum ersten Eis der Saison. Bio-Eis war rasch aufgetrieben, der Eis-Greissler hat sich damit in Wien bereits einen Namen gemacht. Stolze 2,80 Euro werden hier für eine Tüte mit zwei Kugeln verrechnet – und damit fast ein halbes Tagesbudget. Ich kratze die Kurve und bleibe vorerst unter den sechs Euro, die ich mir täglich zugestehe, weil es zu Mittag nochmals den Riebel vom Vorabend gab.

Abends dann ein ordentliches Kichererbsen-Curry – köstlich. Und dann der Fehler: Gegen halb zehn, nachdem ein Video-Projekt erfolgreich abgeschlossen ist, der Griff in den Kühlschrank zum gestern gekauften Bio-Bier. Oje! Ich dürfte jetzt bei ca. 6,30 Euro liegen. Das Tagesbudget ist damit überschritten – ins Monatsbudget passt es aber nach wie vor, da ich in den vergangenen ersten fünf Tagen von #armeleuteessen stets unter den Möglichkeiten geblieben bin.

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Zwischenbericht: #armeleuteessen, Tag 3

Tag 3 im Selbstversuch #armeleuteessen: Nach kurzem Krankenstand wieder bürofit, mache ich mir u.a. Gedanken über die Regelmäßigkeit und das Umfeld meiner Mahlzeiten:

Wird nach 36 Erdenjahren irgendwann noch ein richtiger Frühstücker aus mir oder hab ich inzwischen eh bewiesen, dass die angeblich wichtigste aller Mahlzeiten – vielleicht gerade für Nachteulen wie mich! – zu ungunsten ordentlicher Nachmittags- und Abendkost schlicht überbewertet ist? (1. nein, 2. ja)

Ist „bio“ allein vielleicht nicht ausreichend? Muss ich mir mehr Gedanken über Regionalität und Saisonalität v.a. von Obst- und Gemüse machen – auch wenn die Gurke aus Spanien ein versehentlicher Kauf war und Himbeeren im Winter ohnehin ein Tabu für mich sind? (tendenziell: ja)

Müssen die TeilnehmerInnen von #armeleuteessen ein schlechtes Gewissen haben, weil sie – wie es in den Social Media in den vergangenen Tagen sinngemäß zu lesen war – angeblich aus einer überheblichen Wohlstandsposition agieren und mit dem Selbstversuch wirklich in Armut lebende Menschen beschämen? (eher: nein)

Sollte ich – egal ob daheim oder im Büro – vor dem Bildschirm, Nachrichten konsumierend, essen? (definitiv: nein)

Diese und weitere Punkte werde ich versuchen, im nächsten Videobeitrag abzuhandeln. Den gibt es voraussichtlich am kommenden Samstag, 5. März, via YouTube.

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Start des Videoblogs #armeleuteessen

Es gibt viele erste Male, und das Videoblog-Debüt für #armeleuteessen ist für mich eines der spannendsten ersten Male seit langer Zeit. Ich lade euch zwar krankheitsbedingt um mehr als 24 Stunden später dazu ein, als geplant – das erste Video ist seit Samstag abgedreht, der Text war fertig und die Pilotfolge wartete eigentlich nur noch auf das „Go!“ der (einzigen) Testseherin, als es mich gestern Abend relativ unsanft mit Bauchi- und Kopfi-Aua ins Bett geprackt hat. Aber ich bin immer noch rechtzeitig, um vor dem Start von #armeleuteessen zu verkünden, dass ich hiermit in die Masse der Video-BloggerInnen eintauche. Klar ist: Es gibt Tausende, die das besser machen. Aber das schreckt mich nicht ab – denn nur Übung macht den / die MeisterIn!


Anlass dafür ist das titelgebende Projekt, zu dem die Biorama-Redaktion mit ihrer aktuellen Titelgeschichte einlädt:  Es geht darum, sich einen Monat lang mit dem Budget eines Mindestsicherungs-Empfängers zu ernähren. Laut der Biorama-Story werden einem Erwachsenen in Österreich 6 Euro pro Tag als Ernährungsbudget zugestanden. Klar kann man damit überleben – aber auf nachhaltige Weise? Da bin ich skeptisch, sprenge ich doch Monat für Monat mein eigenes, auch nicht wirklich übertrieben hoch angesetztes Nom-nom-nom-Budget.

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